Eine scheinbar gute Alternative zu traditionellen Werbeformen ist das Netzwerk Flattr. Hier ist es möglich einen Autor mit einem Klick auf einen Button an einem Gesamtbudget zu beteiligen. Die Plattform, die sich momentan noch im Betastadium befindet, muss aber noch deutlich wachsen um das Geschäft für Blogger wirklich profitabel zu machen.

Gerade bei FreshTrash, meinem jungen Funblog-Projekt ist es wichtig, es nicht von vorne herein mit Werbung zuzukleistern. Das heißt jetzt nicht, dass die Seite zur Bannerfarm wird, wenn dort etwas mehr los ist, aber ein Werbebanner wird wahrscheinlich schon hinzugefügt. Für den Anfang jedoch soll der Flattr-Button einen kleinen Teil der Serverkosten decken. Bei großem Erfolg könnte man sogar auf die Einblendung von Werbung ganz verzichten.

Aber wie funktioniert Flattr überhaupt?
Das System funktioniert nur, weil es einen Mindesumsatz gibt, den jeder angemeldete User leisten muss, wenn er an der Platform partizipieren möchte. Dieser beträgt momentan 2 Euro und lässt sich auf 5, 10 oder 20 Euro erhöhen. Dieser Betrag ist fest und bleibt über den ganzen Monat gleich. Das einzige was sich verändert ist der Anteil eines jeden Contenterschaffers, der mithilfe von Flattr belohnt wurde.
Einfaches Beispiel: Tanja meldet sich bei Flattr an und lädt 2 Euro auf ihr Konto. In dem Monat, in dem sie die 2 Euro auf ihrem Konto hat, klickt sie auf 20 verschiedene Flattr-Button und beteiligt so 20 verschiedene Autoren an ihrem Kuchen. Jeder dieser Autoren bekommt am Ende des Monats also 10 Cent gut geschrieben. Hätte Tanja nur auf einen Flattr-Button geklickt, hätte der eine Autor ihre 2 Euro bekommen.

Die Nachteile an diesem System liegen auf der Hand: Es werden sich nur Blogger untereinander belohnen, da sich wohl niemand bei Flattr anmelden wird, nur damit er etwas Geld los wird. Unter Bloggern scheint das System jedoch zu funktionieren, so bekomme ich schon 2 Stücke Kuchen, obwohl ich erst seit heute dabei bin.

Allerdings finde ich die Geschäftspraktiken von Flattr nicht gerade durchschaubar, so habe ich mich heute, also ende des Monats angmeldet, die erste Abrechnung wird aber laut FAQ schon am Montag erfolgen. Ich hatte also 3 Tage Zeit meinen Kuchen zu verteilen.
Wenn ich einen Monat nichts Flattr, wird das Geld laut dem Unternehmen an einen karitativen Zweck zugeführt und nicht behalten. Außerdem ist nicht klar, wie sich das Unternehmen überhaupt finanziert, da für eine Aufladung zwar Geld einbehalten wird, aber dies auf die Paypal-Gebühren zurückgeführt werden kann.

Es bleibt abzuwarten, ob es Flattr aus der Beta-Phase, in der man dem Dienst nur mit Einladung beitreten kann, schafft und ob sich das System soweit etabliert, dass zumindest auf privaten Blogs auf Werbung verzichtet werden kann.